Die Nachfrage nach KI-Beratung wächst schneller als das Angebot an Qualität. Neben erfahrenen Praktikern drängen immer mehr Tool-Verkäufer auf den Markt — mit einem halben Jahr Erfahrung und viel Selbstsicherheit in der Stimme. Für ein Unternehmen ist es schwer, sie auseinanderzuhalten — beide sprechen flüssig über Agenten, Automatisierung und Einsparungen. Diese 7 Fragen zeigen Ihnen bei der Auswahl den Unterschied.
1. Fragt er zuerst nach Ihren Prozessen oder bietet er gleich ein Tool an?
Das ist das zuverlässigste Unterscheidungsmerkmal. Wer mit dem Satz „Wir führen bei Ihnen ChatGPT/Copilot ein“ beginnt, verkauft ein Tool. Wer mit Fragen beginnt — wo im Unternehmen Zeit verloren geht, was Mitarbeiter von Hand erledigen, wo nach Bauchgefühl entschieden wird —, berät. Ein KI-Projekt ohne Prozess-Audit ist ein Lotteriespiel.
2. Hat er schon einmal ein Unternehmen oder ein Team geführt?
Die Einführung von KI ist ein Veränderungsprojekt, keine technische Installation. Sie scheitert an Menschen, unklaren Vorgaben und fehlender Rückendeckung der Geschäftsführung — genau dort, wo alle anderen Veränderungen im Unternehmen scheitern. Ein Berater, der nie ein Team geführt hat, sieht diese Hindernisse erst, wenn er dagegen läuft. Mit Ihnen.
3. Wie sieht das Ergebnis aus?
Verlangen Sie eine konkrete Antwort: ein Dokument mit Prioritäten und erwarteter Rendite, ein geschultes Team, eine funktionierende Automatisierung. Lautet die Antwort „Workshop“ ohne definiertes Ergebnis, bezahlen Sie für die investierte Zeit, nicht für ein Resultat.
4. Woran misst er den Erfolg?
Eingesparte Stunden pro Woche, wie schnell Anfragen bearbeitet werden, wie viele Mitarbeiter KI nach einem Monat tatsächlich nutzen. Wer nicht sagen kann, was wann gemessen wird, hat nicht vor, auf das Ergebnis zurückzukommen.
5. Schult er an allgemeinen Beispielen oder an Ihren Aufgaben?
Eine allgemeine Schulung „Was KI alles kann“ begeistert und ist nach einem Monat verpufft. Eine Schulung an den echten Aufgaben Ihrer Mitarbeiter — Ihren Rechnungen, Anfragen, Berichten — wird schon am nächsten Tag genutzt. Fragen Sie, womit die Teilnehmer konkret arbeiten werden.
6. Ist er unabhängig von den Tools, die er empfiehlt?
Provisionen für Lizenzen müssen kein Problem sein — aber Sie sollten davon wissen. Ein unabhängiger Berater kann auch sagen: „Dafür brauchen Sie keine KI, ein besserer Prozess reicht.“ Genau dieser Satz ist das beste Qualitätsmerkmal.
7. Was passiert nach Projektende?
KI-Tools ändern sich im Monatstakt. Ein einmaliges Projekt ohne Nachbetreuung bedeutet, dass Ihre Workflows in einem halben Jahr veraltet sind. Fragen Sie nach dem Follow-up: Beratung nach der Einführung, Aktualisierungen, Erreichbarkeit bei Fragen.
Warnsignale
- Er verspricht konkrete Einsparungen, bevor er Ihre Prozesse gesehen hat.
- Er argumentiert mit einer Förderung aus einem Programm, das nicht mehr läuft (DIGI pro firmu, eine tschechische Digitalisierungsförderung, endete im November 2025 — aktueller Stand der Förderungen).
- Er kann nicht ohne Buzzwords erklären, was er macht.
- Er hat kein einziges Praxisbeispiel aus einer Branche, die Ihrer ähnelt.
- Der Preis heißt auch nach dem zweiten Termin noch „je nach Umfang“. Eine Orientierungspreisliste sollte jeder haben — hier ist meine.